Über Amigo Bulls

Das Wort „Amigo“ ( Freund ) kommt vom lateinischen amicus. Diese Ableitung des Verbs amare (lieben) ist mit einer indoeuropäischen Wurzel verbunden * amma- (die infantile Stimme, um die Mutter zu rufen), die auch in den Worten amor (Liebe) und amar (lieben) vorhanden ist. Eine poetische Etymologie besagt, dass es von Animi (Seele) und Custos (Sorgerecht/Schutz) kommt, das heißt der, der die Seele schütz.

Die Phrase Des Menschen bester Freund bezieht sich im Allgemeinen auf den Hund, speziell den Haushund, ohne ihn explizit zu nennen. Sie umschreibt und unterstreicht das besonders auf „Freundschaft“ beruhende Verhältnis zwischen Mensch und Hund.

Obwohl man glauben kann, dass der Ausdruck „der Hund ist der beste Freund des Menschen“ ein Volksglaube ist, ist es nicht, es wurde zum ersten Mal von dem Anwalt George Graham Vest in den Vereinigten Staaten ausgesprochen. Die Geschichte dieses Satzes ist die folgende: Der amerikanische Senator (1830 – 1904) war einer der bekanntesten Redner seiner Zeit. Einst vertrat er als Anwalt in Missouri einen Mandanten, der einen anderen Mann wegen der Tötung seines Hundes »Old Drum« verklagte. Zuvor hatte sein Mandant in mehreren Instanzen verloren, weil die Richter die tiefe Freundschaft von Mensch und Hund nicht wirklich erkennen wollten. Dann im letzten Prozess, als die Gegenpartei schon zu gewinnen schien, kam George Graham Vest, hielt die nachstehende flammende Rede vor der beeindruckten Jury und gewann den Prozess. Historiker bezeichnen sie als eine der schönsten Reden, die je für einen Hund geschrieben wurde:

»Der beste Freund, den ein Mensch auf dieser Erde haben kann, kann sich ändern und zum Feinde werden. Sohn und Tochter, die er mit liebender Sorge großgezogen hat, mögen sich als undankbar erweisen. Die, die uns am nächsten stehen und uns am liebsten sind, jene, denen wir in unserem Glück gutgläubig vertrauten, mögen Verräter an ihrer Wahrhaftigkeit werden. Das Geld, das ein Mensch besitzt, kann er wieder verlieren. Es zerinnt ihm dann, wenn er es am nötigsten bräuchte. Des Menschen Ruf kann im Nu einer Fehlbetrachtung zum Opfer fallen. Leute, die sich vor uns beugen, um auf die Knie zu fallen und uns Ehre zu bezeugen, solange wir Erfolg haben, mögen die ersten sein, die den tückischen Stein nach uns werfen, wenn uns Fehlschläge heimsuchen. Den einzigen unbedingt selbstlosen Freund, den ein Mensch in dieser eigensüchtigen Welt haben kann, der ihn niemals verlässt, der sich niemals undankbar erweist oder als verräterisch, ist der Hund.

Meine Herren Geschworenen: Des Menschen Hund hält zu ihm in Glanz und Armut , in Wohlbefinden und Krankheit. Er wird auf dem kalten Boden schlafen, wenn der Wintersturm bläst und der Schnee stürmt, wenn er nur neben seines Herrn Seite bleiben darf. Er wird ihm die Hand lecken, selbst wenn sie ihm kein Futter reichen kann. Er wird die Wunden und Verletzungen lecken, die die rauhe Umwelt mit sich bringt. Er bewacht den Schlaf seines verarmten Herrn, als ob dieser ein Prinz wäre.
Wenn alle Freunde sich abwenden, dann bleibt er. Wenn der Reichtum schwindet und der gute Ruf zerbricht, dann bleibt er in seiner Liebe so beständig, wie die Sterne am Firmament. Wenn das Schicksal seinen Herrn in die weite Welt verschlägt, ohne Freunde und heimatlos, fragt der treue Hund nach weiter nichts, als das er ihn begleiten und gegen Gefahren beschützen darf.
Er kämpft gegen seines Herren Feind. Wenn dann der letzte Abschnitt anbricht und der Tod seinen Herrn in die Arme nimmt, der leblose Körper in das kühle Grab gelegt wird, ganz gleich, ob alle anderen Freunde ihres Weges weiterziehen, hier am Grabe ist der edle Hund zu finden, mit dem Kopf zwischen den Pfoten, mit traurigen, aber wachsamen Augen, treu und wahr bis zum Tode.«

 

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